Das richtige Einstreu für Meerschweinchen

Für Meerschweinchen ist das richtige Einstreu ebenso wichtig wie für uns Menschen eine kuscheliges Bett. Da das ganze Gehege mit Einstreu ausgelegt wird, sollte man als verantwortungsbewusster und tierlieber Halter schon darauf achten, dass sich die Meerschweinchen mit dem gewählten Einstreu auch wohl fühlen. Einen Überblick über die verschiedenen Einstreu-Arten mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen findet ihr in diesem Artikel.

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Das macht gutes Einstreu aus

Während früher bei der Meerschweinchen-Haltung fast ausschließlich Säge-bzw. Hobelspäne als Einstreu und Bodengrund genutzt wurden, gibt es heute eine Vielzahl an verschiedenen Einstreu-Arten. Als Halter hat man also inzwischen die Qual der Wahl und gerade Einsteiger im Bereich der Meerschweinchen-Haltung können da leicht den Durchblick verlieren. Welches Einstreu ist denn nun das beste? Um diese Frage beantworten zu können, muss zunächst erst einmal geklärt werden, was gutes Einstreu für Meerschweinchen überhaupt ausmacht.

Gutes Einstreu zeichnet sich durch die folgenden Merkmale aus:

  1. Verträglichkeit: Das Einstreu-Material muss den speziellen Bedürfnissen von Meerschweinchen gerecht werden.
  2. Saugfähigkeit: Das Einstreu-Material muss ausreichend saugfähig sein, damit es den Urin der Meerschweinchen binden kann.
  3. Geruchsbindung: Gutes Einstreu bindet nicht nur den Urin an sich, sondern auch noch dessen Geruch.
  4. Staubfreiheit: Gutes Einstreu ist möglichst staubfrei, um die Chance für Allergien zu verringern und unnötigen Schmutz zu vermeiden.
  5. Preis: Das beste Einstreu für Meerschweinchen bringt nichts, wenn es unbezahlbar ist. Der Preis muss also im Rahmen sein.
  6. Umweltbelastung: Einstreu muss regelmäßig gewechselt werden, weshalb die Umweltbelastung auch mit beachtet werden sollte.

Verschiedene Einstreu-Arten im Vergleich

Welche Einstreu-Materialien gibt es überhaupt? Im folgenden Abschnitt möchten wir einen Überblick über die verschiedenen Einstreu-Arten geben, die alle ihre speziellen Vorteile aber auch Nachteile haben.

Holzspäne

Der Klassiker unter den Einstreu-Materialien für Meerschweinchen sind die Holzspäne, die aus gehobeltem Holz (meist Kiefer oder Fichte) entstehen. Das auch als Kleintierstreu bekannte Material ist in allen Zooläden und einer Vielzahl an Supermärkten erhältlich. Verwechseln sollte man die Holzspäne nicht mit den regulären Sägespänen, die beim Sägen entstehen. Sägespäne sind deutlich feiner, weil sie jede Menge Sägemehl enthalten, das allerdings auch sehr staubig ist.

Vorteile von Holzspänen

  • Gute Saugfähigkeit
  • Gute Geruchsbindung
  • Niedriger Preis
  • Praktisch überall erhältlich

Nachteile von Holzspänen

  • Enthalten relativ viel Staub
  • Verteilen sich gern in der ganzen Wohnung
  • Biologische Abbaubarkeit schlecht

Weichholzgranulat

Weichholzgranulat ähnelt den klassischen Holzspänen und unterscheidet sich von diesen praktisch nur durch die geringere Größe der Partikel. Genau wie das klassische Kleintierstreu wird auch Weichholzgranulat aus unbehandeltem Fichten- oder Kiefernholz hergestellt.

Vorteile von Weichholzgranulat

  • Sehr gute Saugfähigkeit
  • Sehr gute Geruchsbindung
  • Feiner und weicher als Hobelspäne
  • Geringer Staubanteil im Vergleich zu Holzspänen

Nachteile von Weichholzgranulat

  • Höherer Verbrauch im Vergleich zu Holzspänen
  • Teurer als Hobelspäne
  • Enthält immer noch etwas Staub

Buchenholzgranulat

Buchenholzgranulat wird, wie der Name bereits verrät, aus dem Holz der Buche hergestellt, das etwas dunkler und härter ist als das von Kiefern oder Fichten. Das Einstreu gibt es zudem in verschiedenen Körnungen. Im Vergleich zu Weichholzgranulat ist Buchenholzgranulat in Sachen Saugfähigkeit und Geruchsbindung etwas schlechter. Im Gegenzug enthält es aber deutlich weniger Staub. Als Oberschicht ist Buchenholzgranulat nur bedingt geeignet, da die relativ harten Holzpartikel die Füße der Meerschweinchen reizen.

Vorteile von Buchenholzgranulat

  • Gute Saugfähigkeit
  • Gute Geruchsbindung
  • Kaum Staub
  • Schöne Optik

Nachteile von Buchenholzgranulat

  • Höherer Verbrauch im Vergleich zu Holzspänen
  • Teurer als Weichholzgranulat
  • Härter als Weichholz

Maisgranulat

Maisgranulat ist ein Granulat, das aus Maiskolbenspindeln hergestellt wird. Im Grunde handelt es sich dabei um ein Abfallprodukt der Maisernte. Nachdem die Körner von den Maiskolben entfernt wurden, werden die übrig gebliebenen Spindeln zerkleinert, gesiebt und entstaubt. Das dabei entstehende Maisgranulat eignet sich sehr gut als Einstreu für Meerschweinchen.

Vorteile von Maisgranulat

  • Gute Saugfähigkeit
  • Gute Geruchsbindung
  • Kaum Staub
  • Kompostierbar

Nachteile von Maisgranulat

  • Verteilt sich gern in der ganzen Wohnung
  • Härter als Holzspäne und Weichholz
  • Teurer als Holzspäne und Weichholzgranulat

Holzpellets

Holzpellets sind Presslinge, die aus Holzresten hergestellt werden und eigentlich als Brennmaterial für die sogenannten Pelletheizungen gedacht sind. Da sie nur wenig stauben und zudem sehr saugfähig sind, werden Holzpellets, die es mittlerweile in jedem Baumarkt gibt, allerdings auch als natürliches Einstreu-Material genutzt. Im Meerschweinchen-Gehege sollten Holzpellets jedoch nur als Saugschicht genutzt werden, da die recht harten Pellets die Füße der Tiere zu sehr angreifen. Eine weichere Oberschicht ist deshalb nötig.

Vorteile von Holzpellets

  • Sehr gute Saugfähigkeit
  • Sehr gute Geruchsbindung
  • Nahezu staubfrei
  • Niedriger Preis

Nachteile von Holzpellets

  • Sehr hart und unbequem
  • Hohes Gewicht erschwert Transport und Entsorgung

Strohpellets

Bei Strohpellets handelt es sich um Presslinge, die aus zerkleinertem Stroh hergestellt werden. Als Einstreu für Meerschweinchen eignen sich Strohpellets nur bedingt. Die Pellets sind relativ hart und können die empfinflichen Meerschweinchen-Füße angreifen. Zudem besteht die Gefahr, dass es beim Fressen der Pellets zu einem Darmverschluss kommen kann. Strohpellets sollten deshalb nur als Saugschicht verwendet werden und nicht als Alleinstreu oder Oberschicht.

Vorteile von Strohpellets

  • Gute Saugfähigkeit
  • Gute Geruchsbindung
  • Kaum Staub
  • Niedriger Preis
  • Kompostierbar

Nachteile von Strohpellets

  • Sehr hart und unbequem
  • Können zu Darmverschluss führen wenn sie gefressen werden
  • Hohes Gewicht erschwert Transport und Entsorgung

Kokosstreu

Kokosstreu wird aus der Schale der Kokosnuss hergestellt und kann auch als Einstreu-Material für das Meerschweinchen-Gehege genutzt werden. Das fein gehäckselte Kokosstreu ist sehr weich und eignet sich als Alleinstreu sowie auch als Saugschicht. Da die Kokosnuss keine einheimische Pflanze ist, ist Kokosstreu aus ökologischer Sicht bedenklich.

Vorteile von Kokosstreu

  • Sehr gute Saugfähigkeit
  • Sehr gute Geruchsbindung
  • Kaum Staub
  • Kompostierbar

Nachteile von Kokosstreu

  • Deutlich teurer als Holzspäne und Weichholzgranulat
  • Höherer Verbrauch im Vergleich zu Holz-Einstreu
  • Ökologisch fragwürdig

Cellulosestreu

Cellulosestreu ist eine Einstreu-Variante, die aus Recycling-Papier hergestellt wird. Bei der Herstellung wird Altpapier in kleine Cellulose-Fasern zerkleinert und anschließend zu kleinen Flocken oder Pellets verarbeitet. Während die weichen Flocken sich auch als Oberschicht eignen, sollten die härteren Pellets besser nur als Saugschicht genutzt und mit weicherem Einstreu-Material überstreut werden.

Vorteile von Cellulosestreu

  • Sehr gute Saugfähigkeit
  • Gute Geruchsbindung
  • Nahezu staubfrei
  • Zu 100 % aus Recycling-Papier hergestellt

Nachteile von Cellulosestreu

  • Deutlich teurer als Holzspäne und Weichholzgranulat
  • Höherer Verbrauch im Vergleich zu Holz-Einstreu
  • Gewöhnungsbedürftige Optik

Stroh

Stroh wird in der Landwirtschaft bzw. Nutztierhaltung schon seit Jahrhunderten als Einstreu genutzt. Als Einstreu für Meerschweinchen ist es jedoch nur bedingt geeignet. Da Stroh den Urin der Tiere nur mäßig aufsaugt sollte es im Meerschweinchen-Gehege besser nur als Oberschicht genutzt werden. Unter dem Stroh sollte sich jedoch noch eine Einstreu-Schicht aus saugfähigerem Material befinden. Stroh kann zudem auch als Isolierschicht im Außengehege genutzt werden.

Vorteile von Stroh

  • Sehr niedriger Preis
  • Kaum Staub
  • Kompostierbar

Nachteile von Stroh

  • Mäßige Saugfähigkeit
  • Mäßige Geruchsbindung
  • Verletzungsgefahr aufgrund der spitzen Enden

Leinenstroh

Leinenstroh wurde ursprünglich in der Pferde-Haltung als Einstreu-Material genutzt. Das aus Flachs bzw. Leinen gewonnene Stroh wird nach dem Trocknen noch gehäckselt. Das feinere Leinenstroh nimmt im Vergleich zum gewöhnlichen Stroh Feuchtigkeit etwas besser auf. Am besten eignet es sich dennoch als Oberschicht mit einer zweiten saugfähigeren Unterschicht darunter.

Vorteile von Leinenstroh

  • Gute Geruchsbindung
  • Kaum Staub
  • Kompostierbar

Nachteile von Leinenstroh

  • Teurer als Holzspäne, Weichholzgranulat und gewöhnliches Stroh
  • Höherer Verbrauch im Vergleich zu Holz-Einstreu

Hanfstreu

Hanfstreu ist ein Einstreu-Material, das auch im Meerschweinchen-Gehege zum Einsatz kommen kann. Bei diesem ebenfalls aus der Pferde-Haltung stammenden Material werden die Stängel der industriell genutzten Hanfpflanze getrocknet und dann gehäckselt. Hanfstreu enthält kaum Staub und ist zudem deutlich saugfähiger als Stroh. Das relativ weiche Material eignet sich auch als Oberschicht.

Vorteile von Hanfstreu

  • Gute Geruchsbindung
  • Kaum Staub
  • Kompostierbar

Nachteile von Hanfstreu

  • Mäßige Saugfähigkeit
  • Teurer als Holzspäne und Weichholzgranulat
  • Höherer Verbrauch im Vergleich zu Holz-Einstreu

Heu

Heu ist das Grundnahrungsmittel von Meerschweinchen. Das geschnittene und getrocknete Wiesengras eignet sich bedingt auch als Einstreu für Meerschweinchen. Das kuschelige Heu sollte dabei allerdings nur als Oberschicht im Gehege genutzt werden, da es den Urin von Meerschweinchen nur schlecht aufnimmt und dann auch ziemlich schnell schimmelt. Die Saugschicht unterhalb des Heus sollte deshalb aus einem anderen Einstreu-Material bestehen. Heu kann zudem auch als Isolierschicht im Außengehege genutzt werden.

Vorteile von Heu

  • Sehr weich und angenehm
  • Niedriger Preis
  • Kaum Staub
  • Kompostierbar

Nachteile von Heu

  • Mäßige Saugfähigkeit
  • Mäßige Geruchsbindung
  • Anfällig für Schimmelbildung

Einstreu optimal nutzen: Der richtige Aufbau des Gehege-Bodens

Das passende Einstreu für das Innengehege

Kann man sich nicht für eine Art an Einstreu entscheiden, kann man diverse Einstreu zunächst einmal ausprobieren und dann selbst feststellen, mit welcher Einstreu sich das Meerschweinchen am wohlsten fühlt. Darüber hinaus hat man aber auch die Möglichkeit, verschiedene Einstreu untereinander zu mischen.

Durch das Mischen kann man Vor- und Nachteile einzelner Arten relativ gut kompensieren. Eine Möglichkeit besteht beispielsweise darin, zuerst Holzspäne, die man als Kleintierstreu kaufen kann, im Käfig auszulegen. Anschließend kann man darüber eine Schicht Stroh und Natureinstreu geben. Zum Schluss kommt dann noch eine komplette Lage Heu darüber.

Das passende Einstreu für das Außengehege

Fleece als Einstreu-Alternative

In den letzten Jahren ist die sogenannte Fleece-Haltung von Meerschweinchen immer populärer geworden. Bei der Fleece-Haltung wird auf eine Einstreu-Schicht aus Holzspänen oder ähnlichen Materialien komplett verzichtet. Stattdessen wird das Meerschweinchen-Gehege mit Fleece ausgelegt. Fleece ist für den Urin der Meerschweinchen durchlässig und leitet ihn somit nach unten in eine zusätzliche Saugschicht, die oft aus Molton-Matratzenauflagen besteht.

Während die Fleece-Oberschicht also trocken bleibt bzw. schnell abtrocknet, nimmt die Saugschicht den Urin auf und bindet zusätzlich auch den Geruch. Eine flüssigkeitsundurchlässige Bodenschicht unterhalb der Saugschicht sorgt dafür, dass der Urin der Meerschweinchen nicht in den Fußboden ziehen kann. Sowohl die Fleece-Oberschicht als auch die Saugschicht werden regelmäßig gewechselt und können dann in der Waschmaschine gewaschen werden.

Vorteile der Fleece-Haltung

  • Es fällt kaum Müll an, der regelmäßig entsorgt werden muss.
  • Langfristig gesehen ist die Fleece-Haltung günstiger, da kein Einstreu gekauft werden muss.
  • Fleece staubt nicht und wirkt dadurch Allergien bei Mensch und Tier entgegen.
  • Das Einstreu verteilt sich nicht mehr in der ganzen Wohnung.

Nachteile der Fleece-Haltung

  • Kein natürlicher Bodengrund für Meerschweinchen.
  • Waschen belastet die Waschmaschine.
  • Das Reinigen des Geheges ist etwas aufwändiger.

Häufige Fragen zum Thema Einstreu für Meerschweinchen

Manche Fragen werden zum Thema Einstreu für Meerschweinchen häufiger gestellt. Im folgenden Abschnitt haben wir einige davon gesammelt und beantwortet.

Welche Unterlage für Meerschweinchen?

Handelsübliche Meerschweinchen-Käfige besitzen meist eine PVC-Unterseite, die Urin nicht nach außen gelangen lässt, so dass dieser vom Einstreu aufgenommen werden kann und an Möbeln bzw. dem Fußboden keinen Schaden anrichtet. Für Käfig-Eigenbauten und Freigehegen für die Wohnung können verschiedene Materialien als urindichte Unterlage genutzt werden. Denkbar sind zum Beispiel PVC-Bodenbeläge, Teichfolie, Wachstischdecken oder beschichtetes Holz.

Was ist das beste Einstreu für Meerschweinchen?

Das beste Einstreu für Meerschweinchen erfüllt alle wichtigen Anforderungen. Dazu zählen neben der Verträglichkeit für die Tiere vor allem eine gute Saugfähigkeit und Geruchsbindung, eine geringe Staubbelastung und ein geringer Eigengeruch sowie natürlich ein bezahlbarer Preis. Je nach Haltungsart und den persönlichen Anforderungen / Vorlieben kann die Antwort auf die Frage nach dem besten Einstreu durchaus unterschiedlich ausfallen.

Wie hoch sollte man für ein Meerschweinchen einstreuen?

Der Boden eines Meerschweinchen-Käfigs sollte mit einer etwa fünf Zentimeter hohen Einstreu-Schicht bedeckt werden. Am häufigsten kommen dabei Holzchips bzw. Holzspäne und Weichholzgranulat zum Einsatz. Die Einstreu-Höhe muss so gewählt sein, dass der Untergrund den Meerschweinchen ein Wühlen und Toben ermöglicht und zudem auch hoch genug ist, um den Urin der Tiere ordentlich aufnehmen zu können.

Wie oft muss man ein Meerschweinchen ausmisten?

Wie oft Meerschweinchen ausgemistet werden müssen hängt vom verwendeten Einstreu, der Einstreu-Höhe, der Größe des Geheges und der Anzahl der Meerschweinchen ab. Die sogenannten Pipi-Ecken sollten am besten täglich beseitigt werden. Ein kompletter Einstreu-Wechsel ist einmal in der Woche fällig. Der Käfig-Boden bzw. der Gehege-Untergrund sollte einmal im Monat mit heißem Wasser gereinigt werden.

Was tun bei einer Einstreu-Allergie?

Es kann vorkommen, dass Meerschweinchen eine Allergie gegen bestimmte Arten von Einstreu haben. Bemerken kann man eine solche Einstreu-Allergie an tränenden Augen, häufigem Niesen und ständigem Kratzen. Die allergischen Reaktionen werden häufig vom Staub im Einstreu ausgelöst. Entweder sollte man dann zunächst den Hersteller der Einstreu wechseln oder eine andere Art einsetzen. Sehr gut bewährt bei Allergien haben sich bestimmte Pellets, wie zum Beispiel Pflanzenfaserpellets oder aber Maisgranulat.

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