Paarung und Trächtigkeit bei Meerschweinchen

Bevor man zwei Meerschweinchen miteinander verpaart, gilt es, einige Dinge zu beachten. Niemals sollte man ein Männchen und ein Weibchen zusammenhalten, wenn man keinen Nachwuchs haben möchte, eines der Tiere krank ist oder das Männchen nicht kastriert wurde.

Damit ihr euch besser auskennt, werden wir hier unter anderem darauf eingehen, in welchem Alter Meerschweinchen geschlechtsreif werden und wann sie spätestens nach Geschlecht getrennt werden sollten, damit es nicht zu einem neuen Nachwuchs kommt. Außerdem gehen wir darauf ein, wie lange Meerschweinchen tragend sind, was bei einer gewollten Schwangerschaft zu beachten ist, was man tun sollte, wenn man ein Meerschweinchen bereits schwanger gekauft hat, was die Meerschweinchen-Dame während der Schwangerschaft braucht und wie die Geburt der kleinen Babys aussieht.

Wann werden Meerschweinchen geschlechtsreif?

Für jeden, der zwei Meerschweinchen im Zoohandel kauft und eine Schwangerschaft vermeiden möchte, sowie bei einer gewollten Schwangerschaft ist es wichtig, zu wissen, wann Meerschweinchen geschlechtsreif werden. Insbesondere dann, wenn ein Meerschweinchen geworfen hat und sich unter dem Nachwuchs sowohl männliche als auch weibliche Meerschweinchen befinden, sollte man wissen, wann diese geschlechtsreif sind, damit eine rechtzeitige Trennung vollzogen werden kann.

Von Meerschweinchen zu Meerschweinchen kann der Zeitpunkt, an welchem diese geschlechtsreif werden, variieren. Generell kann man aber davon ausgehen, dass Weibchen mit etwa drei bis vier Wochen und Böckchen ab einem Alter von drei Wochen geschlechtsreif sind. Sofern ein Böckchen drei Wochen alt ist oder ein Gewicht von 250 g erreicht hat, sollte man dieses vom weiblichen Nachwuchs und der Mutter trennen.

Durch die regelmäßige Gewichtskontrolle kann man genau bestimmen, wann ein Böckchen geschlechtsreif ist. Hat dieses bereits nach 2 ½ Wochen ein Gewicht von 250 g erreicht, sollte es schon jetzt von den anderen Weibchen getrennt werden, da es durchaus sein kann, dass es schon geschlechtsreif ist.

Das weibliche Meerschweinchen kann unmittelbar nach der Geburt wieder gedeckt werden. Da man diesen Stress aber keinem Meerschweinchen zumuten sollte, ist es wichtig, dass das männliche Meerschweinchen entweder kastriert wird oder die beiden erstmal keinen gemeinsamen Käfig haben. Dem Tier zuliebe sollte das Weibchen erst dann wieder gedeckt werden, wenn der Nachwuchs ein Alter von fünf bis sechs Wochen erreicht hat.

Wie lange sind Meerschweinchen tragend?

Da die Babys nach ihrer Geburt bereits vollkommen entwickelt ist, ist bei Meerschweinchen auch die Tragzeit etwas länger als bei anderen Tieren, die nackt und blind auf die Welt kommen. Die Schwangerschaft beim Meerschweinchen dauert in der Regel zwischen 62 und 72 Tagen, also etwa 10 Wochen.

Während der ersten fünf Wochen der Schwangerschaft kann man normalerweise nicht bemerken, dass ein Meerschweinchen schwanger ist. Erst in der sechsten Woche wird der Bauch des Weibchens immer größer. In der siebten Woche kann man schon erste Bewegungen des Babys im Bauch der Mutter sehen und fühlen.

Gewollte Paarung von Meerschweinchen

Wer eine gewollte Schwangerschaft bei Meerschweinchen hervorrufen möchte, sollte sich vorher erst Gedanken darüber machen, ob dies wirklich sinnvoll ist. Denn in zahlreichen Tierheimen und Notstationen warten unzählige Meerschweinchen auf ein neues Zuhause. Daneben gibt es auch noch andere Dinge, welche man bedenken sollte, wenn man zwei Meerschweinchen miteinander verpaaren möchte. Vor allem ausreichende Kenntnisse sind äußerst wichtig.

Bevor man zwei Meerschweinchen verpaart, sollte man wissen, dass das Böckchen mindestens vier bis fünf Monate alt sein sollte, ehe es das erste Mal deckt. Geschlechtsreif sind die männlichen Meerschweinchen zwar schon früher, doch damit es zu keinen Krankheiten und nicht zur Überforderung kommt, sollte man noch warten. Die Weibchen sollten vor der Paarung ein Alter von mindestens sechs Monaten erreicht haben, dürfen aber nicht älter als ein Jahr sein, wenn sie das erste Mal werfen. Ansonsten kann die Geburt sehr kompliziert werden; nicht selten sterben die Kinder und die Mutter bei der Geburt, weil sich Kalkablagerungen in der Hüfte der Mutter absetzen und das Becken dadurch verknöchert. Außerdem sollten nicht mehr als vier Monaten zwischen dem ersten und dem zweiten Wurf vergehen, da auch dann das Becken verknöchern kann. Allerdings sollte man es keinem Meerschweinchen zumuten, mehr als drei bis vier Würfe zu haben.

Vor einer Paarung muss überprüft werden, ob das männliche und das weibliche Meerschweinchen gesund ist. Achten sollte man besonders auf Zahnfehlstellungen und Erbkrankheiten, da sich diese besonders schnell auf den Nachwuchs übertragen können. Meerschweinchen aus der Zoohandlung sollten nicht verpaart werden, da man hier auch keine Informationen über die Elterntiere und deren Krankheiten hat.

Beim Gewicht sollte beachtet werden, dass das Böckchen mindestens 500 g wiegen sollte, die Weibchen 700 g oder mehr. Wiegt ein Weibchen mehr als 1.000 g, sollte man es nicht verpaaren. Meerschweinchen, die einmal krank waren, sollten weder Nachwuchs zeugen, noch austragen. Auch bei Weibchen, die schon mal eine Fehl- oder Totgeburt hatten, sollten nicht tragen.

Auf keinen Fall verpaart werden dürfen zwei Dalmatiner, zwei Schimmel oder ein Dalmatiner und ein Schimmel. Da die beiden Rassen ein ganz bestimmtes Gen haben, wären die Babys nicht überlebensfähig.

Die weiblichen Meerschweinchen werden alle 14 bis 18 Tage brünstig und können dann für 10 Stunden durch den Bock gedeckt werden. Nähert sich ihnen das Böckchen außerhalb der Hauptbrunstzeit an, wehren sie diese meistens mit Harnspritzen ab. Die Böckchen umgarnen die Meerschweinchen während ihrer Brunstzeit sehr oft und machen ihr Interesse durch das Brommseln bemerkbar. Wenn das Weibchen empfängnisbereit ist, stimmen sie in das Brommseln ein, wiegen ihr Hinterteil und umrunden das Böckchen. Dieses versucht immer wieder, auf das weibliche Meerschweinchen aufzureiten und so das Weibchen zu befruchten. Sobald eine Befruchtung stattgefunden hat, wird die Scheide des Weibchens durch einen Schleimpfropfen verschlossen. Beide Meerschweinchen putzen sich nun sehr ausgiebig, insbesondere dem Geschlechtsteil wird eine große Aufmerksamkeit gewidmet.

Meerschweinchen schwanger gekauft – was nun?

Immer öfters kommt es vor, dass man ein weibliches Meerschweinchen bereits schwanger kauft. Bei einem guten Züchter kommt dies viel seltener vor als in einer Zoohandlung. Unzureichende Kenntnisse und wenig Platz sorgen in Zoohandlungen dafür, dass Männchen und Weibchen in einem Gehege gehalten werden. Da Meerschweinchen bereits mit drei bis vier Wochen geschlechtsreif sind, kann man eine Schwangerschaft niemals ausschließen.

Wer sein Meerschweinchen in der Zoohandlung kauft und keinerlei Kenntnisse hat, was bei einer Schwangerschaft zu beachten ist, steht dann oftmals vor der Frage, wie er mit dem schwangeren Weibchen umgehen soll. Und auch die Angst, dass bei einem Wurf viele Meerschweinchen das Licht der Welt erblicken und man nicht genügend Platz hat, um alle nach Geschlecht zu trennen, ist verständlich.

Vorbeugen kann man hier, indem man Meerschweinchen aus dem Tierheim oder einer Notstation kauft. Die Böcke dort sind kastriert, weswegen die weiblichen Meerschweinchen nicht schwanger werden können. Aber auch bei einem Züchter kann man davon ausgehen, dass die Tiere rechtzeitig nach Geschlecht getrennt werden.

Ansonsten sollte man versuchen, dem Weibchen die Schwangerschaft so angenehm wie nur möglich zu machen und sich bereits vorzeitig darum kümmern, welche liebevollen Hände den Nachwuchs nach der Geburt aufnehmen können.

Eine Schwangerschaft sollte niemals unterschätzt werden, denn gerade in jungen Jahren ist das Risiko, dass das Weibchen bei der Geburt stirbt oder Totgeburten auf die Welt bringt, sehr hoch.

Was braucht das Meerschweinchen in der Schwangerschaft?

Die Schwangerschaft ist für kein Meerschweinchen besonders leicht, vor allem, weil es darauf angewiesen ist, dass der Halter ihm alles zur Verfügung stellt, was es benötigt. Deswegen ist das A und O für eine erfolgreiche Schwangerschaft, dass sich der Meerschweinchen-Halter ausreichend über die Schwangerschaft informiert.

Kein Meerschweinchen, das schwanger ist, darf mit der Hand hoch genommen werden. Da das Meerschweinchen aber trotzdem hin und wieder zum Auslauf oder zur Reinigung aus dem Käfig muss, sollte man eine Transportbox verwenden, in welche das Weibchen ganz einfach selbst hineingehen kann. Beim Hochnehmen muss man darauf achten, das Weibchen gut unter den Füßen abzustützen. Jeder Stress sollte jetzt vermieden werden, ein Umzug in einen neuen Käfig, das Aufsuchen des Tierarztes oder neue Meerschweinchen, die in eine Gruppe stoßen, sollten jetzt unbedingt vermieden werden.

Bei einer gewollten Schwangerschaft sollte man die Aufzucht der Jungen am besten in den Frühling oder den Herbst legen. Die heißen Sommermonate machen die Schwangerschaft für das Meerschweinchen zu anstrengend. Hinzu kommt, dass man es im Sommer schwerer hat, ein neues Zuhause für den Nachwuchs zu finden, da die meisten Menschen im Urlaub sind.

Ein schwangeres Weibchen sollte noch sorgfältiger als ihre Artgenossen auf Krankheiten untersucht werden. Krankheitszeichen sollte man schnell erkennen und im Notfall den Tierarzt aufsuchen. Da der Eiweiß-, der Mineral- und der Vitaminbedarf bei tragenden Weibchen sehr hoch ist, sollte man jetzt besonders abwechslungsreiche Kost reichen. Viel Grünfutter und Knollengemüse, sowie Trockenkräuter sind erforderlich. Petersilie sollte man an schwangere Meerschweinchen-Damen aber nicht verfüttern.

Die Geburt

Unmittelbar vor der Geburt sollte man besonders darauf achten, dass die werdende Mutter von Stress verschont bleibt. Die übrigen Käfiggenossen und der kastrierte Vater dürfen bei der Geburt dabei sein. Wann ein Meerschweinchen vor der Geburt steht, lässt sich schwer erkennen. Kurz vor der Geburt klafft zwar die Schambeinfuge 1,5 – 2 cm auseinander, doch als Laie erkennt man dies nicht.

Bevor das Weibchen wirft, sucht es sich normalerweise eine ruhige Stelle im Käfig und setzt sich mit gespreizten Beinchen hin, da Meerschweinchen ihren Nachwuchs im Sitzen bekommen. Im Optimalfall werden die Jungen mit dem Kopf voran geboren. Jedes einzelne Baby wird von der Mutter empfangen, herausgezogen, abgenabelt und von seiner Eihaut befreit. Insgesamt dauert die Geburt bei jedem Baby fünf bis zehn Minuten. Manchmal wird die Eihaut bei den Babys erst nach der Geburt aller Jungen entfernt, da die Babys zu schnell hintereinander kommen. Eihaut und Nachgeburt werden zum Schluss von der Mutter gefressen.

Die Meerschweinchen Babys sind bei ihrer Geburt schon voll entwickelt, weswegen sie auch schon im Käfig herumlaufen. Bewegt sich ein Baby nicht, muss man dieses sofort untersuchen. Ein bis sechs Babys können bei jedem Wurf geboren werden, üblich sind zwei bis drei Babys.

Sollte man während der Geburt beobachten, dass sich das schwangere Weibchen auf die Seite legt, muss man unbedingt einen Tierarzt informieren, denn dann kann es sein, dass die Mutter krank ist!

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