Geschlechterbestimmung und Kastration bei Meerschweinchen

Wenn man sich Meerschweinchen holen möchte, sollte man am besten selbst wissen, wie man eine Geschlechterbestimmung vornimmt. Im Zoohandel kann man nicht davon ausgehen, dass die Mitarbeiter dort genau wissen, was ein Männchen und was ein Weibchen ist.

Im Extremfall kann es dazu kommen, dass man ein Männchen und ein Weibchen nimmt, im Glauben, zwei gleichgeschlechtliche Meerschweinchen genommen zu haben. Eine Schwangerschaft bei dem weiblichen Tier ist dann sehr wahrscheinlich. Dennoch kann ein Zusammenleben zwischen einem Männchen und einem Weibchen ohne Schwangerschaft möglich sein. Über die Kastration von Meerschweinchen werden wir hier ebenso informieren wie darüber, woran man Männchen und Weibchen erkennt.

Woran erkennt man ein Männchen/ein Weibchen?

Das Geschlecht eines männlichen oder weiblichen Meerschweinchen lässt sich eigentlich sehr leicht erkennen. Beim Meerschweinchen Bock ist das Geschlecht, also der Penis, in der Form eines „i“ zu sehen. Wenn man vorsichtig die Bauchgegend des Bockes drückt, kommt dieser hervor. Als Laie sollte man dies jedoch nicht versuchen, weil man dem Meerschweinchen sonst weh tun kann. Handelt es sich um einen unkastrierten Bock, lassen sich auf beiden Seiten des Penis deutlich die Hoden erkennen. Ist der Bock kastriert, fehlen die Hoden, bei einem noch nicht geschlechtsreifen Tier hingegen lassen sich die Hoden noch nicht erkennen.

Das weibliche Meerschweinchen lässt sich ganz leicht erkennen. Anders als das männliche Meerschweinchen hat das Weibchen kein „i“, sondern ein „y“. Außerdem lässt sich in der Mitte ein kleiner Punkt erkennen. Zitzen hingegen sind kein eindeutiges Merkmal für das weibliche Geschlecht, denn sowohl Böcke als auch Weibchen haben Zitzen.

Kastration von Meerschweinchen

Möchte man ein männliches Meerschweinchen mit einem oder mehreren Weibchen halten, eine Schwangerschaft jedoch nicht provozieren, ist es wichtig, dass der Bock kastriert wird. Die Annahme, dass durch die Kastration zweier Böckchen, die sich nicht vertragen, etwas geändert wird, stimmt jedoch nicht. Nur durch eine neue Vergesellschaftung auf neutralem Boden sowie durch ausreichend Platz kann man die Streitereien beenden.

Bei der Kastration werden durch eine Operation die Geschlechtsdrüsen der Meerschweinchen entfernt., also die Hoden oder die Eierstöcke. Wird eine Sterilisation durchgeführt, werden die Samenleiter beim Bock und die Eierstöcke beim Weibchen abgebunden oder zu einem Stück entfernt. Bevor man sich dazu entschließt, eine Kastration vornehmen zu lassen, sollte man einen Tierarzt suchen, der sich auf Kleintiere spezialisiert hat. Weitere Voraussetzungen für eine Kastration sind, dass das Tier gesund ist und der Bock eine Woche vor der OP verstärkt Vitamin C erhält. Auch einen Tag vor der Operation muss der Bock Heu und Wasser bekommen, ebenso wie in der Transportbox.

Am Tag der Kastration erhält der Bock eine Narkose, entweder über eine Spritze oder durch eine Inhalation, wobei die letztere Variante weniger Risiken in sich birgt. Während der Operation werden beim männlichen Meerschweinchen die Hoden entfernt, die Wunde wird danach entweder genäht, getackert oder sie bleibt offen. Sofern die Wunde offen bleibt, muss man noch stärker auf Hygiene achten. Insgesamt dauert die Operation etwa 20 Minuten.

Erst dann, wenn das Böckchen wieder wach und munter ist, kann man es mit nach Hause nehmen. Bis dahin wird es mit einer Rotlichtlampe bestrahlt oder liegt auf einem Wärmekissen, damit es nicht auskühlt. Zudem muss alle 15 Minuten die Seitenlage des Meerschweinchen geändert werden, damit seine Lunge richtig arbeiten kann. Etwa 24 Stunden nach der Operation hat sich der Bock vollkommen von dem Eingriff erholt. Dennoch ist Nachsorge wichtig. Für mindestens drei Tage darf das Böckchen nicht auf Streu sitzen, da sonst Dreck in die Wunde gelangen kann. Als Unterlage kann man Handtücher verwenden.

Unmittelbar nach der Kastration können Böcke noch immer Weibchen decken. Meistens sind sie erst nach sechs Wochen nicht mehr dazu in der Lage, Nachwuchs zu zeigen. Innerhalb dieser Zeit muss der Bock von den Weibchen getrennt werden. Jeden Tag muss darüber hinaus die Wunde des Bockes auf Schwellungen, Rötungen oder Sekret untersucht werden. Ebenso muss darauf geachtet werden, wie sich das Meerschweinchen verhält – ob es normal frisst, sich das Gewicht oder das Verhalten verändert oder Schmerzen sichtbar sind.

Jede Operation und damit auch jede Kastration birgt Risiken, weswegen man sich vorher genau überlegen sollte, ob ein solcher Eingriff notwendig ist.

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