Das richtige Einstreu für Meerschweinchen

Für Meerschweinchen ist die richtige Einstreu ebenso wichtig wie für uns Menschen eine kuschelige Decke. Da die Meerschweinchen ihren ganzen Käfig mit der Einstreu ausgelegt haben, sollte man als verantwortungsbewusster und tierlieber Meerschweinchen Halter schon darauf achten, dass sich das Nagetier mit seiner Einstreu auch wohl fühlt.

Da es im Handel verschiedene Einstreuarten gibt, wissen viele, die zum ersten Mal einem Meerschweinchen ein Zuhause geben, gar nicht, welche Einstreu die beste ist. Immerhin gibt es auch teure und günstige Varianten, so dass man vollkommen überfordert ist, die richtige Entscheidung zu treffen.

Deswegen klären wir hier über die verschiedenen Einstreuarten auf, zeigen Vor- und Nachteile der Einstreu, gehen auf das Mischen von Einstreuarten ein, geben Tipps, was man tun kann, wenn das Meerschweinchen auf die Einstreu allergisch reagiert und informieren über die richtige Käfigreinigung.

Verschiedene Einstreuarten

Im Zoohandel, als auch in Internet-Shops finden sich zahlreiche Einstreuarten für Meerschweinchen. Das Angebot ist so groß, dass viele zunächst überfordert sind und nicht wissen, welche Einstreu sie für den Meerschweinchen Käfig verwenden sollen. Doch bevor wir uns den verschiedenen Einstreuarten zuwenden, sollten Sie wissen, dass man den Käfig auch noch mit anderen Materialien auslegen kann. Viele verwenden zunächst etwas Zeitungspapier und geben dann das Einstreu darüber. Dadurch sorgt man dafür, dass der Käfig vollkommen vom Kot der Meerschweinchen verschont bleibt. Allerdings sollte man keine Zeitungen mit Farbdrucken verwenden, da es sein kann, dass die Meerschweinchen daran nagen.

Wenn es daran geht, die richtige Einstreu für Meerschweinchen zu finden, fragen sich viele, worin sich Meerschweinchen am wohlsten fühlen, welche Einstreu für die kleinen Tiere am gesündesten ist oder auch, welche Einstreu am günstigsten ist. Beachten sollte man aber auch die Saugfähigkeit, die Staubbildung, die Geruchsbindung und die Entsorgung. Buchenholzgranulat gibt es als Einstreu beispielsweise in verschiedenen Granulatgrößen. Entsorgt werden kann die Einstreu über den Bioabfall, die Staubbildung ist gering, die Saugfähigkeit mittel und die Geruchsbindung gut. Im Durchschnitt kostet diese Einstreu 0,40 Euro je Liter. Allerdings berichten einige Meerschweinchen Halter hier über wunde Pfoten ihrer Lieblinge.

Hanfstreu weist eine gute bis sehr gute Saugfähigkeit auf, die Staubbildung ist gering, die Geruchsbindung gut und entsorgt werden kann die Einstreu über den Bioabfall. Allerdings muss man für einen Liter schon 0,80 Euro bezahlen. Trotz allem stellt Hanfstreu eine gute Allergikeralternative dar. Etwas günstiger, von der Qualität her aber gleich, sind Hanfstreu-Pellets, welche etwa 0,50 Euro je Liter kosten. Katzenstreu sollte man lieber nicht verwenden, da dieses in der Regel chemische Zusätze enthält. Ebenso umstritten ist Kleintiertorf als Einstreu, da hier die Staubbildung hoch ist.

Maisgranulat stellt eine gute Alternative für Allergiker dar und schneidet bei den Kriterien ganz gut ab. Entsorgt wird die Einstreu über den Bioabfall, die Kosten belaufen sich auf etwa 0,45 Euro je Liter. Sehr gut sind auch so genannte Nagerteppiche, allerdings sind diese als dauerhafte Einstreu zu teuer, können aber gerne zum Bauen von Häusern und Nestern verwendet werden. Baumrinde kann man auch als Einstreu für Meerschweinchen verwenden. Positiv hierbei ist, dass das Gehege nach Wald duftet und die Rindenstücke von Meerschweinchen gerne benagt werden. Allerdings ist die Staubbelastung hier mittel bis hoch. Der Kostenpunkt beläuft sich hier auf 0,36 Euro je Liter.

Pflanzenfaserpellets haben sich in den letzten Jahren als sehr gute Einstreu herauskristallisiert und sind für 0,40 Euro je Liter erhältlich. Auch diese Einstreu ist eine gute Allergikeralternative. Eher Abstand halten sollte man hingegen von den sehr günstigen Sägespänen, welche man bereits für 0,07 Euro je Liter kaufen kann, denn hier ist die Staubbelastung hoch und die Geruchsbindung nur mittel. Stroh kann man auch als Meerschweinchen Einstreu verwenden, sollte sich dann aber darüber im Klaren sein, dass die Saugfähigkeit eher gering ist, die Geruchsbindung mittel und die Belastung durch Staub eher mittel bis hoch. Holzspäne, die als Kleintierstreu angeboten werden, kosten zwischen 0,03 und 0,06 Euro je Liter und werden meistens als Einstreu verwendet. Dies liegt wohl daran, dass das Streu sowohl bei der Saugfähigkeit als auch bei der Staubbelastung und Geruchsbindung ganz gut abschneidet.

Einstreuarten mischen

Kann man sich nicht für eine Art an Einstreu entscheiden, kann man diverse Einstreu zunächst einmal ausprobieren und dann selbst feststellen, mit welcher Einstreu sich das Meerschweinchen am wohlsten fühlt. Darüber hinaus hat man aber auch die Möglichkeit, verschiedene Einstreu untereinander zu mischen.

Durch das Mischen kann man Vor- und Nachteile einzelner Arten relativ gut kompensieren. Eine Möglichkeit besteht beispielsweise darin, zuerst Holzspäne, die man als Kleintierstreu kaufen kann, im Käfig auszulegen. Anschließend kann man darüber eine Schicht Stroh und Natureinstreu geben. Zum Schluss kommt dann noch eine komplette Lage Heu darüber.

Ob man Einstreu mischen möchte, muss man selbst wissen, ein Versuch schadet aber keinesfalls.

Was tun bei Allergien?

Es gibt einige Arten von Einstreu, die sich gerade dann eignen, wenn man selbst eine Allergie hat oder aber Meerschweinchen allergisch auf die bisher verwendete Einstreu reagieren. Es kann auch vorkommen, dass Meerschweinchen eine Allergie gegen bestimmte Einstreuarten haben. Bemerken kann man eine solche Allergie an Atemwegserkrankungen und an Augenentzündungen. Gerade zu Beginn sollte man deswegen sein Meerschweinchen öfters in Augenschein nehmen und beim leichtesten Anzeichen einer Allergie die Einstreu wechseln.

Solche Allergie treten vor allem durch Staub der Einstreu auf. Entweder sollte man den Hersteller der Einstreu wechseln oder eine andere Art einsetzen. Sehr gut bewährt bei Allergien haben sich bestimmte Pellets, wie zum Beispiel Pflamzenfaserpellets oder aber Maisgranulat.

Käfigreinigung

Den Käfig der Meerschweinchen sollte man, je nach Größe und Anzahl der Tiere, mehrmals in der Woche reinigen. Wichtig ist, dass man nicht nur die Einstreu wechselt, denn dann kann es passieren, dass der Käfig bereits nach kurzer Zeit wieder streng nach Kot und Urin riecht. Mindestens ein Mal in der Woche sollte man eine Zwischenreinigung durchführen, bei der man nur stark riechende Stellen und große Knöddel mit der Hand entfernt.

Ebenso wichtig ist aber auch die große Reinigung. Bei dieser werden zuerst die Meerschweinchen aus dem Käfig gehoben. Anschließend entfernt man alle Spielzeuge, Häuser und Futternäpfe. Danach wird die Einstreu komplett entfernt und der Käfig mit lauwarmem Wasser und nur ganz wenig Spülmittel ausgewaschen. Hinterher kann man damit beginnen, den Käfig zunächst mit farblosem Zeitungspapier auszulegen und danach die Einstreu darüber geben. Dabei sollte das Gehege recht dick eingestreut werden, so dass der Boden mit etwa fünf Zentimetern Einstreu bedeckt ist. Nach der Reinigung kann man die Meerschweinchen wieder in den Käfig setzen und diesen dabei zusehen, wie sie die frische Einstreu erkunden und sich wieder wohl fühlen.

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