Die Eingewöhnungszeit nach dem Kauf eines Meerschweinchens

Nach dem Meerschweinchen Kauf folgt die Eingewöhnungszeit. Unmittelbar nach dem Kauf des Meerschweinchen sollte man einiges beachten, damit es der kleine Nager leichter hat, sich an sein neues Zuhause zu gewöhnen. Dies kommt dann nicht nur dem Tier selbst zu gute, sondern auch dem neuen Herrchen oder Frauchen, denn ein Meerschweinchen, welches sich in seinem neuen Heim wohl fühlt, wird auch leichter zutraulich.

Vorbereitungen & Gruppenzusammenstellungen

Bereits vor dem Meerschweinchen Kauf gilt es, einige Überlegungen darüber anzustellen, wie man dem neuen Mitbewohner die Eingewöhnungszeit so schön wie möglich gestalten könnte. Deswegen ist es wichtig, unnötigen Stress für das Meerschweinchen zu vermeiden. Wer bereits vor der Ankunft des Meerschweinchen einen geeigneten Platz für das Gehege sucht und dieses schon bewohnbar einrichtet, tut dem Meerschweinchen einen sehr großen Gefallen. Eher stressig wird die Ankunft nämlich dann, wenn Herrchen und Frauchen erst noch das neue Zuhause herrichten müssen und das Meerschweinchen so lange in der kleinen Transportbox verweilen muss.

Wichtig ist, dass man die Meerschweinchen während der Eingewöhnungszeit nicht unnötig in Stress versetzt und ihnen die ersten Tage erst einmal viel Ruhe gönnt. Mindestens ebenso wichtig ist es aber, dass man einige Vorbereitungen trifft und somit auch nochmals überprüft, ob das Gehe ausbruchsicher ist und dass es weder an einer Heizung steht, noch Zugluft ausgesetzt ist. Kauf man mehrere Meerschweinchen, sollte jedes sein eigenes Haus haben. Bereitgestellt werden sollte außerdem die Einstreu, die Wasserschale oder eine Nippeltränke, sowie Heu und Frischfutter. Bevor das Meerschweinchen nach dem Kauf einzieht, sollte man das Futter schon in das Gehege geben, um unnötiges Hantieren im Käfig zu vermeiden.

Sinnvoll ist es außerdem, sich vor dem Meerschweinchen Kauf darüber Gedanken zu machen, wie man mehrere Tiere in einer Gruppe sinnvoll zusammenfügen kann. Relativ unkompliziert geht es zu, wenn man zwei weibliche Meerschweinchen zusammen hält. Allerdings sollte man darauf achten, dass immer eine gerade Anzahl an weiblichen Meerschweinchen in einem Gehege sitzrt, damit sich jedes Meerschweinchen eine „Freundin“ aussuchen kann und es nicht zum Streit kommt oder ein Weibchen aus der Gruppe ausgeschlossen wird.

Sehr nah am Leben wildlebender Meerschweinchen dran ist die Haltung in einer so genannten Haremsgruppe. Hier gibt es ein männliches Meerschweinchen und mehrere Weibchen. Aber man sollte schon darauf achten, dass genügend Platz und Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind. Wer keinen Nachwuchs möchte, sollte das Männchen vorher kastrieren lassen. Eine weitere Kombinationsmöglichkeit stellt die Bockgruppe dar, bei welcher mehrere männliche Meerschweinchen zusammenleben. Diese Gruppenformatierung gilt als komplizierteste und man muss sehr viel Geduld und Feingefühl haben. Am interessantesten wird die Gruppenhaltung aber dann, wenn man eine gemischte Gruppe hält und die unterschiedlichen Verhaltensweisen beobachten kann.

Der Transport

Beim Transport des Meerschweinchen sollte man stets darum bemüht sein, diesem den Umzug so stressfrei wie nur möglich zu gestalten. Sicherlich ist ein Umzug für Meerschweinchen immer mit Aufregung verbunden, aber wenn man einige Tipps beherzigt, kann das eine positive Aufregung und Freude auf das sein, was kommt. Deswegen sollte man selbst für kürzere Strecken vorher planen, wie man dem kleinen Nager etwas Gutes tun kann.

Die Transportbox ist den Pappschachteln, die man im Zoohandel bekommt, auf jeden Fall vorzuziehen. Hierbei gilt es, darauf zu achten, dass diese groß genug ist und es sich die Meerschweinchen gemütlich machen können. Das Drehen und Hinlegen sollte ebenso möglich sein wie das Stillsitzen. Für den Notfall kann es auch sinnvoll sein, etwas Wasser und Futter in der Box bereitzustellen. Außerdem sollte man einen Teil der Transportbox mit Heu auslegen. Ein Häuschen oder eine andere Unterschlupfmöglichkeit sollte man in der Box nicht unterbringen, da es bei starken Bremsmanövern vorkommen kann, dass diese durch die Gegend rutschen und die Meerschweinchen schwer verletzen.

Schon beim Kauf der Transportbox sollte man darauf achten, dass diese eine ausreichende Belüftung gewährleistet. Im Auto sollte man das Transportbehältnis mit dem kleinen Nager am besten auf den Fußboden beim Beifahrer legen. Sollte dort kein Platz sein, bieten sich auch noch der Rücksitz oder der Laderaum an, aber hier sollte die Box dann befestigt werden. Auch bei kürzeren Strecken sollte man darauf achten, dass die Temperatur im Auto zwischen 10 und 25 Grad liegt.

So macht man dem Meerschweinchen die Eingewöhnung leichter

Jeder sollte bestrebt sein, seinem Meerschweinchen die Eingewöhnungszeit so leicht wie nur möglich zu machen. Deswegen ist neben einer guten Organisation auch Ruhe und Geduld äußerst wichtig. In den ersten Tagen sollte man es vermeiden, das Streu im Käfig zu wechseln oder Futter durch hektische Bewegungen in den Käfig zu geben. Die ersten Tage benötigt das Meerschweinchen genügend Zeit, um sich an seine neue Umgebung zu gewöhnen. Deswegen ist es auch am besten, wenn man nach der Ankunft das Meerschweinchen direkt mit der Transportbox in den Käfig stellt und die Box langsam öffnet. Geben Sie dem Meerschweinchen hierbei unbedingt viel Zeit und Ruhe!

Leichter macht man dem Meerschweinchen die Eingewöhnungszeit, wenn man es respektiert, dass es sich in der neuen Umgebung erst zurechtfinden muss. Gerade in einer Familie mit kleinen Kindern sollte man darauf achten, dass diese den neuen Mitbewohner in der ersten Woche nur beobachten, leise mit ihm sprechen oder versuchen, langsam ein Leckerli hinzuhalten. Sprechen Sie unbedingt vorher mit Ihren Kindern darüber, dass es nicht gut ist, wenn man das Meerschweinchen in den ersten Tagen herausnimmt oder es verschreckt.

Wenn man sich dem Meerschweinchen nähert, sollte man langsam auf es zugehen und dabei mit ihm sprechen. Hektische Bewegungen sollte man ebenso vermeiden wie das laute Erheben der Stimme. So kann man dafür sorgen, dass sich das Meerschweinchen schneller eingewöhnt.

Richtiges Hochnehmen der Meerschweinchen

Besonders wichtig ist es, zu wissen, wie man das Meerschweinchen richtig hochnimmt. Schließlich will man das kleine Tier nicht verletzen und ihm auch keine Angst machen. Beim Hochnehmen muss man dem Meerschweinchen zunächst mit beiden Händen um die Brust fassen und dann seine vier Füßchen mit einer Hand abstützen. Damit es beim Tragen nicht herunterfällt, sollte man das Meerschweinchen am besten mit beiden Händen vor der Brust tragen.

Auch beim Tragen und Hochnehmen des Meerschweinchen gilt, dass man keine schnellen Bewegungen machen sollte. Beruhigt werden kann das kleine Tier durch leises Sprechen. So weiß es gleich, dass es keine Angst haben braucht und hört eine vertraute Stimme. Im Allgemeinen sollte man das Meerschweinchen aber so selten wie möglich hochnehmen, da das kleine Tier es von der Natur her nicht gewöhnt ist, getragen zu werden. Und gerade nach dem Meerschweinchen Kauf sollte man das kleine Tier nicht sofort hochnehmen wollen, sondern erst eine Vertrautheit zu ihm aufbauen. Möchte man das Meerschweinchen dann herausnehmen und es kommt nicht von selbst, dann kann man es mit einem Leckerli locken. Wenn das Meerschweinchen beim hochnehmen vor Angst quietscht, sollte man es allerdings lieber wieder herunter lassen.

Stubenreinheit

Wer möchte nicht gerne, dass sein Meerschweinchen stubenrein ist? Manche haben Glück und ihr Meerschweinchen ist bereits nach dem Meerschweinchen Kauf stubenrein. Andere wiederum müssen ihrem Meerschweinchen die Stubenreinheit erst antrainieren. In freier Natur nutzen Meerschweinchen ihren Kot oder Urin, um ihr Revier zu markieren. Deswegen ist das von dem Meerschweinchen auch keinesfalls böse gemeint, wenn es beim Auslauf Pipi in eine Ecke macht. Und trotzdem kann man als Meerschweinchen Halter entsprechende Vorsorgemaßnahmen treffen.

Normalerweise findet man die meisten Köttelberge und die größte Urinausscheidung im Meerschweinchen Käfig dort, wo sich das kleine Tier am wohlsten fühlt. Beim Auslauf muss das aber nicht unbedingt sein und so kann es auch schon mal vorkommen, dass das Meerschweinchen dann Köttel hinterlässt, wenn es Angst hat oder auf der Flucht ist. Als Meerschweinchen Halter kann man also schon mal vorbeugen, indem man dafür sorgt, dass sich das Meerschweinchen beim Auslauf nicht fürchten muss.

Stubenreinheit beim Meerschweinchen kann man zwar nicht vollkommen erreichen, wohl aber dafür sorgen, dass es nicht an wahllosen Stellen in der Wohnung uriniert. Legen Sie am besten Decken und mit Streu gefüllte Toiletten an die Kuschelecken des Meerschweinchens, so dass dieses dann dort kötteln und urinieren kann. Decken lassen sich immerhin waschen und die Toilette kann man jeden Tag entleeren. Zusätzlich kann man Stubenreinheit beim Meerschweinchen dadurch erreichen, dass man es beim Auslaufen nicht füttert. Denn schnell kommt es vor, dass sich Meerschweinchen dann zum Urinieren unter die Heizung oder unter das Sofa begeben, lieben sie doch dunkle Ecken.

So wird mein Meerschweinchen handzahm

Viele möchten gerne, dass ihr Meerschweinchen handzahm wird. Zwar gibt es einige Möglichkeiten und Tricks, wie man Meerschweinchen handzahm bekommt, doch jedes Tier hat einen ganz eigenen Charakter und so sollte man Meerschweinchen auch ihren Eigensinn lassen. Zudem sollte man immer beachten, dass man genügend Geduld mitbringt.

Am ersten Tag nach dem Meerschweinchen Kauf sollte man nicht gleich damit beginnen, das Tier handzahm zu machen. Sinnvoller ist es, viel mit dem Meerschweinchen zu sprechen, um so eine gewisse Vertrautheit aufbauen zu können. Vermeiden sollte man dabei auf jeden Fall laute Geräusche und hastige Bewegungen, sonst kann es sein, dass das Meerschweinchen niemals zahm wird oder aber eine ganze Weile dafür brauchen wird.

Sobald sich das Meerschweinchen eingewöhnt hat, kann man versuchen, das Tier mit einem Stückchen Gurke zu sich zu locken. Allerdings sollte man nicht gleich enttäuscht sein und entmutigt aufgeben, wenn das Meerschweinchen diese Gelegenheit beim ersten Mal nicht wahrnimmt. Versuchen Sie es unbedingt weiter und sprechen Sie dabei mit leiser Stimme. Mit der Zeit jedoch wird man merken, wie sich das Meerschweinchen immer mehr an einen gewöhnt, bis es aus der Hand frisst. Erst dann sollte man dem Meerschweinchen Auslauf geben.

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